Jubilee Line, Waterloo.

Die hinunterrasselnden Rolltreppen bewegen sich ohne Unterbrechung, Tag und Nacht, stetig, rastlos: in der Rush Hour, wenn Commuter dicht an dicht drängeln oder um 2 Uhr morgens, dann völlig leer, klopfende, scheppernde, ewig abwärts gleitende mechanische Ungeheuer, Perpetuum Mobiles des Public Transports. Die Kanten der metallgerippten Stufen sind in weichen Bögen abgerundet, poliert von tausenden und abertausenden Schuhen, auf der linken Seite tiefer als rechts: links gehen, rechts stehen.

15.12.15: Barbican, London

Der mittägliche Besuch im Barbican löst warme, wohlige Gefühle aus: Musik,  Kultur, die Intensität der Sechzigerjahre-Architektur, spärliches Kunstlicht im Inneren, das Glück, Bestandteil eines Größeren, unter Gleichgesinnten zu sein. Durch ein Fenster sehe ich eine Cellistin konzentriert üben, ihr Lehrer wendet den Blick nicht, versunken in die Musik. Die  Springbrunnen und Kaskaden unter dem überdachten High Walk rauschen, ein athletischer, junger Tänzer, das Haar einseitig geschoren, gekleidet in Schwarz, dreht Pirouetten, wieder und wieder, das Wasser sein Orchester. Schrieb S., dass ich sie liebe, ein Gefühl, das mich unversehens überwältigte. Sie, das Leben, die Kunst, die Künstler.